Was nährt mich – wirklich?

In besonderen, herausfordernden Momenten meines Lebens – und aktuell ist wieder so ein Moment – taucht in mir immer wieder dieselbe Frage auf: Tut mir das eigentlich gut? Wieviel Energie gebe ich – und wieviel kommt wirklich zurück? Und irgendwann lande ich unweigerlich bei der tieferen Frage: Was nährt mich?

Nahrung ist für die meisten von uns zunächst etwas sehr Konkretes. Wir denken an Essen, an Mahlzeiten, an das, was wir täglich zu uns nehmen. An gesund oder ungesund. An Verzicht oder Disziplin. Dabei ist schon dieser Begriff trügerisch, denn was für den einen gesund ist, schwächt den anderen. Ich erlebe das tagtäglich. Menschen, die überzeugt sind, sich „richtig“ zu ernähren, und dennoch erschöpft, aufgebläht oder kraftlos sind. Ein Müsli mit Joghurt und Obst am Morgen gilt vielerorts als Inbegriff von Gesundheit – und bringt bei vielen Menschen genau das Gegenteil hervor, weil es das Verdauungsfeuer schon früh am Tag dämpft. Doch das ist nur ein kleiner Ausschnitt des Ganzen. Wer mehr darüber erfahren will, den verweise ich gerne auf meinen Blogartikel „Ich ernähre mich doch gesund!“ – Wenn gesunde Ernährung krank macht.

Wir sind nun einmal hier auf dieser Erde in einem Körper aus Fleisch und Blut inkarniert. Dieser Körper braucht Nahrung, Rhythmus, Wärme, Pausen. Er braucht etwas anderes als schnelle Lösungen oder theoretisches Wissen.

Die guten Vorsätze beginnen oft am Jahresanfang, getragen von Motivation und Hoffnung, und verlaufen sich nicht selten nach wenigen Wochen im Alltag. Müdigkeit, Zeitmangel, Überforderung übernehmen dann wieder das Ruder. Wer abends erschöpft nach Hause kommt, greift schneller zu dem, was gerade verfügbar ist, sprich FastFood, sonstige Schnellgerichte, ein Salat etc. – nicht zu dem, was langfristig nährt. Und wenn wir unseren Körper dauerhaft mit Alkohol, zu viel Essen oder stark verarbeiteten Lebensmitteln belasten, müssen wir uns über die Folgen wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen u.v.a. nicht wundern. Ursache und Wirkung wirken still, aber zuverlässig, wie in meinem THY-Modul 1 beschrieben.

Doch je länger man sich mit Heilung beschäftigt, desto klarer wird: Nahrung endet nicht auf dem Teller.

Es gibt eine seelische Nahrung, die mindestens genauso entscheidend ist. Sie zeigt sich nicht in Kalorien, sondern in Beziehungen, in Tätigkeiten, in Momenten. In der Frage, mit wem ich mich umgebe – und wie ich mich danach fühle. Es gibt Menschen, nach deren Nähe wir innerlich enger, schwerer, mürrischer werden. Und es gibt Begegnungen, nach denen wir aufrechter gehen, freier atmen, wieder Zugang zu uns selbst haben. Beides wirkt. Immer.

Auch Freude ist Nahrung. Kreativität. Tätigkeiten, bei denen wir die Zeit vergessen, weil wir ganz bei uns sind. Viele Menschen verlieren im Laufe ihres Lebens den Kontakt dazu. Hobbys verschwinden, Bedürfnisse werden vertagt, Pausen gestrichen. Man funktioniert, erfüllt Erwartungen, hält durch. Die Seele meldet sich dann oft leise – und irgendwann über den Körper.

Und dann gibt es noch die geistige Ebene, die wir gerne unterschätzen. Was denke ich eigentlich den ganzen Tag? Welche inneren Sätze, unumstößliche Glaubenssätze begleiten mich? Viele davon laufen unbewusst, wie alte Tonbänder: „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich darf nicht anecken.“ „Geld ist etwas Schlechtes und verdirbt den Charakter.“ „Wenn ich meinen eigenen Weg gehe, enttäusche ich andere.“ Jeder von uns kennt diese selbst auferlegten Grenzen. Auch das ist Nahrung – nur eben keine nährende.

Womit wir unseren Geist füttern, formt unser Erleben. Nachrichten, Gespräche, Bilder, Gedanken. Alles wirkt. Wenn der Geist dauerhaft mit Sorgen, Angst oder Vergleich beschäftigt ist, kommt er nicht zur Ruhe. Ich vermeide es, wo es geht, Nachrichten zu sehen. Denn seien wir mal ehrlich: Wieviel wirklich Aubauendes und Positives wird da wirklich berichtet? Generell verzichte ich weitestgehend auf’s Fernsehen.

Viele Menschen liegen nachts wach, nicht weil etwas konkret passiert, sondern weil ihr Inneres keinen stillen Raum mehr kennt. Es sind diese Gedankenkarussels. Ich kenne das von mir. Und auch ich muss mir dann immer bewusst machen, mich darin üben, die teils sorgenvollen Gedanken „weiterziehen“ zu lassen. Meist konzentriere ich mich dann auf meinen Atem, um wieder in den Schlaf zu finden.

Spätestens in Zeiten von Krankheit oder Krise drängen sich diese Fragen in Bezug auf Ernährung und Lebensführung auf.

Wenn das Leben aus dem Ruder läuft und alte Sicherheiten nicht mehr tragen, wird deutlich, dass Heilung nicht allein auf einer Ebene geschieht. Es gibt diesen sinngemäßen Satz: „Wenn außen der Sturm tobt, begib dich ins Innere, in das Auge des Sturms – dort ist es still.“ Diese Stille finden wir nicht im Außen. Wir finden sie in der Rückverbindung mit uns selbst. In der bewussten Atmung. In der Meditation. Im Verweilen im gegenwärtigen Moment, jenseits von Planen, Sorgen und Gedankenschleifen.

Die Frage „Wie ernähre ich mich?“ bekommt hier eine neue Tiefe. Sie weitet sich aus zu der Frage: Was nährt mich wirklich – auf allen Ebenen meines Seins? Nicht nur, was lasse ich in meinen Mund hinein (sprich Nahrung), sondern auch „was lasse ich generell in mein Energiefeld hinein?“ In den geistigen Traditionen wird diese Sichtweise seit Jahrtausenden beschrieben. Die hermetischen Gesetze, auch als kosmische Gesetze bekannt, sprechen genau davon. Vom Zusammenhang zwischen innen und außen(siehe Gesetz der Entsprechung, Modul 6), zwischen Geist und Materie, zwischen Aufmerksamkeit und Erfahrung. So wie der Körper physische Nahrung braucht, um lebendig zu bleiben, benötigen Geist und Seele ihre eigene Form von Nahrung: Sinn, Wahrheit, Verbindung, Stille.

Alles, was wir aufnehmen – sei es ein Gedanke, ein Wort, ein Bild –, ist Information. Und Information wirkt. Wir sind in jedem Moment dabei, unsere innere Wirklichkeit zu „kochen“. Die Frage ist nur, mit welchen Zutaten.

Wenn wir beginnen, bewusster hinzuschauen, verändert sich etwas. Nicht abrupt, nicht perfekt, aber spürbar. Wir erkennen, dass wir mehr Einfluss haben, als wir glauben. Dass ganzheitliche Gesundheit nicht bedeutet, alles richtig zu machen, sondern wahrhaftig hinzuhören. Auf den Körper. Auf die Seele. Auf den Geist.

Wenn wir ganzheitlich gesunden wollen, geschieht das auf allen Ebenen. Schritt für Schritt. In unserem Tempo.

Auf meiner Website findest du dazu Impulse, Beispiele und konkrete Hilfestellungen. Wenn du magst, beginne mit der Standortbestimmung (in THY-Modul 1) und taste dich von dort weiter vor.

Ich wünsche dir ein gutes Vorankommen.
Und erinnere dich immer wieder an diese einfache, aber kraftvolle Frage:
Was nährt mich – wirklich?

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