Gesetz von Ursache & Wirkung: Teil 1

Willkommen zu dieser besonderen Blogserie! Die Texte, die du hier lesen wirst, stammen original aus meinem Buch „Der Pickel auf meiner Stirn“ (2016 erschienen) und zeigen Schritt für Schritt, wie unser Leben auf tiefgreifenden Gesetzmäßigkeiten basiert – angefangen beim bekannten Gesetz von Ursache und Wirkung bis hin zu den weiteren sechs hermetischen Prinzipien, die das Universum durchziehen.

In den kommenden Artikeln erfährst du zum Gesetz von Ursache & Wirkung:

  • Teil 1 – Ich ernte, was ich säe: Wie jede Handlung, Entscheidung oder auch Unterlassung Konsequenzen hat, die sich oft erst später zeigen.
  • Teil 2 – Alles Zufall oder was?: Warum scheinbare Zufälle gar nicht zufällig sind und wie dein Unterbewusstsein, Glaubenssätze und innere Einstellungen Ereignisse lenken.
  • Teil 3 – Geschichten, die das Leben schreibt: Inspirierende und reale Beispiele, die zeigen, wie Ursache und Wirkung in unserem Alltag wirken.

Ich ernte, was ich säe – Teil 1

Niemand wird sich je wirklich den Kopf darüber zerbrechen, wenn er ein Sonnenblumenkorn in die Erde steckt, was wohl daraus wachsen wird. Wir gehen selbstverständlich davon aus, dass aus einem Sonnenblumensamen auch eine Sonnenblume emporwächst und nicht etwa eine Rose oder ein Kohlkopf.

Ganz anders sieht es da bei unseren Lebensrealitäten aus: Vielleicht hören Sie sich selbst reden, wenn Sie die Worte vernehmen: „Ich verstehe das nicht. Warum passieren mir andauernd diese schrecklichen Dinge? Ich habe doch gar nichts gemacht?“ Und doch liegt die Ursache all der Situationen, die Ihnen im Laufe Ihres Lebens als „Aus-Wirkung“ begegnen, in Ihnen begründet. Selbst Nichts-Tun in einer bestimmten Situation wird irgendeine Wirkung hervorrufen, d. h., wenn ich nichts säe, kann ich folgerichtig auch nichts ernten.

Nehmen wir an, Sie lesen eine Anzeige für eine Stellenausschreibung in der Zeitung, die vollkommen Ihr Interesse weckt. Das wäre doch genau der Job, den Sie sich in Ihren kühnsten Träumen schon immer gewünscht haben? Schön. Aber wenn Sie aus Furcht vor Zurückweisung, vor einer möglichen Absage sich erst gar nicht um die Stelle bewerben, hat Ihr Nichtstun ebenfalls Konsequenzen für Ihren weiteren Lebensweg. In diesem Fall, dass Ihr Traumjob an jemand Aktiveren vergeben wird und Sie weiter träumen „dürfen“.

Oder das Beispiel Liebe: Ihr Traummann, Ihre Traumfrau steht direkt vor Ihnen und Sie wissen genau, wenn Sie jetzt nicht zu Potte kommen und ihn bzw. sie ansprechen, ist die Chance für immer vertan. Ihr Leben wird sich unter Umständen in eine ganz andere Richtung entwickeln, wenn Sie den ersten Schritt wagen. Viele Menschen neigen dazu, aus Angst, womöglich eine falsche Entscheidung zu treffen, gar nichts zu tun. Sie warten einfach ab, was passiert. Irgendwann müssen sie sich dann damit abfinden, dass andere für sie Entscheidungen treffen, die vielleicht nicht unbedingt zu ihrem Besten sind.

Ich liebe Zitate, weil sie in kurzer, prägnanter Form Dinge auf den Punkt bringen. Eines meiner Lieblingsweisheiten zum Thema „Entscheidung“ lautet:

„Am Ende des Lebens bereut man nicht das, was man getan hat, sondern das, was man nicht getan hat.“

Führen wir uns noch einmal den Bereich Gesundheit vor Augen. Kennen Sie Personen aus Ihrem Umfeld, oder sind Sie gar selbst betroffen, die eines Tages mit einer Diagnose konfrontiert werden, die sie wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft? Urplötzlich taucht da ein Diabetes auf, dort ein Krebsgeschehen; ja, und mit Gelenkbeschwerden hatte ich doch noch nie was am Hut! Man fragt sich: Woher kommt das plötzlich? Wo ich mich doch immer gesund ernährt habe, nie wirklich krank war?

Und doch muss auch hier konstatiert werden: Nichts geschieht ohne Grund und jede Wirkung hat ihre Ursache. Wir meinen, wenn wir uns einigermaßen vitalstoffreich ernähren, übermäßigen Fleischkonsum, Alkohol, Nikotin und Süßigkeiten meiden, dann haben wir unsere Schuldigkeit getan. Ja, doch: genügend Bewegung räumen Sie sich auch ein? Bravo!

Aber wie sieht es mit Ihrer Gedanken-Hygiene und Ihrer Gefühlswelt aus? Wenn wir Sprüche vernehmen, wie:
„Es ist jemandem eine Laus über die Leber gelaufen“,
„es verschlägt einem den Atem“,
„es läuft die Galle über“,
„jemand hat sooo einen dicken Hals“,
„es geht jemanden an die Nieren“,
„jemand hat die Schnauze gestrichen voll“
… dann können wir erahnen, dass auch lang anhaltende seelische und psychische Missstände sich letzten Endes in Form von körperlichen Symptomen manifestieren können.

Wenn Sie eine Pflanze mit welken Blättern vor sich stehen haben, kämen Sie dann auf die „glorreiche“ Idee, diese mit Wasser zu bepinseln oder mit einem Bügeleisen zu glätten? Wohl kaum. Sie würden vermutlich notfallmäßig zu einem Gefäß mit Wasser greifen und den Wurzeln die fehlende Flüssigkeit zuführen.

Mit einer Selbstverständlichkeit setzen Sie hier an den Wurzeln (Ursache) an, um das Ergebnis im Außen, nämlich den Blättern, zu verändern. Nichts anderes geschieht vergleichsweise in unserem Körper. Unsere Probleme sind nicht unsere Probleme, sondern lediglich Symptome (Aus-Wirkungen)! Unsere Probleme liegen ganz woanders, nämlich im unsichtbaren Wurzelbereich. Die eigentliche Ursache unseres heutigen Problems mag weit zurückliegen, sodass wir zum Teil gar nicht auf die Idee kommen, Ereignisse aus längst vergangenen Tagen mit dem Heute in Verbindung zu bringen. Diese Causa kann sogar in einem früheren Leben begründet sein. Wir sprechen dann gerne von Karma, dem Gesetz von „Ursache und Wirkung“.

In der Klassischen Homöopathie erfolgt im Rahmen der Erstkonsultation des Patienten eine eingehende Anamnese, während dieser auch Fragen nach einer möglichen Ursache gestellt werden. Dieser Umstand wird besonders hoch gewichtet, sobald ein solcher Verdacht besteht und von Patientenseite bestätigt wird. Beispielsweise kann dieser äußern:
„Ja, jetzt erinnere ich mich. Meine Beschwerden fingen exakt damals an, nachdem ich mich am Finger verletzt hatte…, meine Mutter verstorben ist…, mein Partner mich verließ…“ etc.

Noch während ich diese Zeilen hier schreibe, sticht mir ein Artikel von „SPIEGELonline“ ins Auge mit der Überschrift „Prozess gegen früheren KZ Wachmann – Vernichtung durch Lebensverhältnisse“. Es geht darin um den Angeklagten Reinhold H., der nun im hohen Alter von 94 Jahren vor Gericht steht, weil ihm als ehemaliger SS-Wachmann Beihilfe zum Mord an 170.000 Menschen vorgeworfen wird. Ein Auschwitz-Überlebender, Leon Schwarzbaum, wohnt dem Prozess bei und schildert anschaulich die damalige, unfassbare Situation. Dann wendet er sich mit lauter Stimme an den Angeklagten:
„Herr H., wir sind fast gleich alt. Wir stehen bald vor dem gleichen Richter. Sprechen Sie darüber, was Sie erlebt haben! Was ich auf der anderen Seite erlebt habe!“

Fazit:
Da alles, was uns in unserem Leben Positives wie Negatives widerfährt, von uns selbst verursacht wurde, sind wir allein für die Konsequenzen verantwortlich. In obigem Fall wird Herr H. nun als mittlerweile 94-Jähriger mit seinen Handlungen aus vor über 70 Jahren konfrontiert und muss nun die Folgen daraus tragen.

Unsere familiären Prägungen, Verhaltensmuster können unsere Entscheidungen beeinflussen. Aber wir sind zu jeder Zeit frei, diesen oder jenen Weg zu wählen. Je bewusster und klarer wir Entscheidungen treffen, umso leichter wird es uns fallen, die daraus resultierenden Erfahrungen zu ehren und die volle Verantwortung dafür zu übernehmen.

Ausblick auf Teil 2: „Alles Zufall oder was?“

Im nächsten Blogartikel werden wir das Phänomen „Zufall“ genauer betrachten. Wir hinterfragen, ob wirklich irgendetwas zufällig geschieht oder ob sich auch scheinbare Zufälle durch innere Einstellungen, Glaubenssätze und unbewusste Handlungen erklären lassen.

Bleib gespannt – es wird spannend zu sehen, wie alles miteinander zusammenhängt!

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