
Das Gesetz der Entsprechung beschreibt das Prinzip: „Wie im Großen, so im Kleinen.“ Alles, was uns im Universum begegnet, spiegelt sich in uns selbst wider.
In diesem ersten Abschnitt „Das kosmische 1×1“ erfahren wir, wie Analogien zwischen Makro- und Mikrokosmos, zwischen Universum und individuellem Leben, unser Verständnis von uns selbst und unserer Welt vertiefen können.
Wir entdecken, dass es nicht die eine absolute Wahrheit gibt, sondern so viele Wahrheiten, wie es Beobachter gibt – stets abhängig von unserer individuellen Bewusstseinsstufe.
Das kosmische 1×1 – Teil 1
„Die ganze Welt ist nur ein Gleichnis“ – J. W. v. Goethe
Ich erinnere mich noch sehr gut an ein Referat über Voltaires „Micromégas“, das ich während meiner Schulzeit im Französischunterricht hielt.
Eine Mitschülerin meinte damals nach dem Vortrag, die Geschichte würde wie ein schönes Märchen klingen, obgleich sie doch von tiefsinnigem Charakter war.
Protagonist des Werkes ist ein Riese namens Micromégas vom Stern Sirius, der mit Hilfe von Kometen und Sonnenstrahlen den Kosmos bereist, schließlich auf dem Saturn landet und sich mit dem dortigen Sekretär der Akademie anfreundet.
Es entspinnen sich weitreichende Diskussionen zwischen den beiden über die riesigen Unterschiede, die in den verschiedenen Welten vorherrschen.
Für Micromégas erscheint der Sekretär wie ein Zwerg und dessen Lebensdauer mit 15.000 Erdenjahren verhältnismäßig kurz. Beide amüsieren sich prächtig, als sie die Erde und die Winzlinge (Menschen) darauf entdecken.
Als es ihnen gelingt, unter Zuhilfenahme eines Hörschlauchs den feinen Stimmchen dieser Planetenbewohner zu lauschen und deren Sprache zu erlernen, finden sie schließlich immer engeren Kontakt zu den „Erdlingen“, deren Größenordnung des menschlichen Geistes sie letztendlich stark beeindruckt.
Diese Kurzgeschichte Voltaires repräsentiert den Relativismus, in dem es um wechselseitige (relative) Beziehungen der Dinge untereinander geht. Demnach gibt es keine absolute Erkenntnis. Diese kann immer nur relativ zum Standpunkt des jeweils erkennenden Subjekts sein.
F. A. Mesmer, von dem ich im letzten Kapitel kurz berichtete, war seit seiner Kindheit eng mit der Natur verbunden. Er liebte es, Wasserquellen ausfindig zu machen und diese bis an ihren Ursprung zu rückzuverfolgen. Auch sonst lag es in Mesmers Natur, den Dingen stets auf den Grund zu gehen.
Indem er die Natur erforschte, sich mit deren Gesetzmäßigkeiten vertraut machte und so seine Erfahrungen sammelte, war es ihm zu einem späteren Zeitpunkt auch möglich, aus diesen gewonnenen Erkenntnissen auf größere Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu schließen.
Inspiriert durch die Lehren des Paracelsus, beschäftigte sich F. A. Mesmer in besonderem Maße mit dem Einfluss der Planeten auf den menschlichen Körper; das Thema, zu dem er im Jahre 1766 seine Dissertation verfasste: „De planetarum influxu in corpus humanum“.
Worauf will ich mit diesen kurzen Erzählungen hinaus?
Wie wir unsere Welt wahrnehmen, sind alles nur Gleichnisse. Es gibt nicht die absolute eine Wahrheit, sondern so viele Wahrheiten, wie wir Menschen zählen; immer entsprechend der eigenen Bewusstseinsstufe.
Entscheidend hierbei ist, dass wir durch das Studium der kosmischen Zusammenhänge Rückschlüsse auf unser ganz persönliches Dasein ziehen können.
Das, was sich im ganz Großen, dem Universum, dem Planetensystem, offenbart, können wir eins zu eins im Kleinen, das heißt in uns selbst erfahren.
Es sind die gleichen Kräfte, die im Größten, wie auch im Allerkleinsten wirken.
Oftmals übersteigt es unsere Vorstellungskraft bei weitem, mit Größenordnungen konfrontiert zu werden, die sich jenseits unserer menschlichen Bezugsgrößen bewegen.
Wenn wir ein Magnetfeld um einen Stabmagneten mit Nord- u. Südpolung durch gestreute Eisenspäne sichtbar machen, können wir einen Bezug dazu aufbauen, da es quasi greifbar vor uns liegt.
Nahezu unmöglich wird es, uns ein atomares Teilchen mit einem Durchmesser im Bereich von 3×10−11 m bis 2×10−10 m vor Augen zu führen, das vom Aufbau seines Magnetfelds jedoch zu dem des Stabmagneten identisch ist.
In einer entsprechend größeren Dimension finden wir das Magnetfeld der Erde.
Sie haben sicherlich schon einmal von Ohrakupunktur, Irisdiagnose oder der Fußreflexzonenmassage gehört. Hier kommen exakt die gleichen Prinzipien zum Tragen, wie ich sie soeben in Hinblick auf das Magnetfeld beschrieben habe.
Der gesamte Mensch ist immer auch in einem seiner einzelnen Teile komplett abgebildet, sei es Ohr, Fußsohle oder beispielsweise dem Auge. Man könnte diese Analogien noch um etliche weitere Bereiche ausdehnen.
Sehr schöne Entsprechungen nach dem Motto „Wie im Großen (Makrokosmos), so im Kleinen (Mikrokosmos)“ finden sich komprimiert z. B. in Form der sogenannten Fraktale. Es handelt sich dabei um mathematische Strukturen, deren zugrunde liegende Muster sich auf den nächsten Ebenen immerfort wiederholen.
Aus der Natur kennen wir den Farn, ein nahezu perfektes fraktales Objekt. Rechts und links des Stängels befinden sich weitere kleinere Farne, die sich in immer kleiner werdende Farne aufteilen.
Wir urteilen, beurteilen ständig, basierend auf dem Stand unserer Bewusstseinsentwicklung. Wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, entspringt unserer ganz persönlichen Sichtweise. Gleichzeitig glauben wir zu meinen, Dinge oder Personen objektiv zu betrachten.
Wenn wir nur einen eng begrenzten Scheuklappen-Blick haben, dann repräsentiert dieser Bereich unsere eigene Wahrheit. Wir kennen es nicht anders, eben weil wir nur über diese eingeschränkte Sicht (Bewusstsein) verfügen. Wir sind aber auf dieser Erde, um Erfahrungen zu machen und zu wachsen. Damit geht zwangsläufig auch eine Bewusstseins-Erweiterung einher.
Nehmen wir eine Person, die unter Farbenblindheit leidet. Sie kann keine Farben an sich wahrnehmen, sondern lediglich Kontraste unterscheiden.
Sie mag sagen: „Das dunkle Grau dieses Kleides ist wunderschön!“, worauf ein Farben-Sehender erwidern mag: „Aber das Kleid ist doch rot! Du spinnst wohl!“
Sicherlich ein überspanntes Beispiel, aber es soll ja auch nur demonstrieren, was es mit den verschiedenen Wahrnehmungen und den angeblich objektiven Wahrheiten auf sich hat.
Genauso wenig, wie wir behaupten können, ein Hund, der auf den hohen Ton einer Hundepfeife reagiert, würde Gespenster hören, nur weil unser menschliches Gehör für diesen Frequenzbereich nicht ausgerichtet ist.
Das kosmische Gesetz der Entsprechung bzw. Analogie ermöglicht dem Menschen, durch Vergleiche in der Außenwelt, sich selbst und seinem Lebensziel, mit dem er auf der Erde angetreten ist, ein Stück weit näher zu kommen.
Ausblick auf Teil 2: „Spieglein, Spieglein an der Wand“
Im nächsten Abschnitt vertiefen wir das Prinzip der Entsprechung im Alltag: Wir betrachten, wie sich unsere inneren Zustände, Gedanken und Gefühle in unseren Beziehungen, Begegnungen und Situationen spiegeln.
Teil 2 zeigt, wie wir durch bewusste Selbstreflexion erkennen können, welche Muster wir nach außen projizieren – und wie wir diese bewusst verändern, um mehr Harmonie, Klarheit und innere Ordnung zu erleben.
Blogartikel-Abschluss – THY-Ressourcen
Das Gesetz der Entsprechung zeigt uns: alles, was wir draußen sehen, spiegelt sich in uns selbst wider. Vom Magnetfeld über die Fraktale in der Natur bis hin zu unseren eigenen Gedanken und Gefühlen – alles ist verbunden, alles ist ein Echo des Innen im Außen.
Die wichtigste Erkenntnis: Es gibt keine absolute Wahrheit – nur die eigene Perspektive, abhängig von unserem Bewusstseinsstand. Wer sich selbst bewusst wahrnimmt, kann lernen, innere Muster im Außen zu erkennen und diese bewusst zu steuern.
💡 Praxis: Wer seine Welt klarer wahrnehmen möchte, kann seine innere Landkarte mit den THY-Mini-Workbooks überprüfen und sich selbst reflektieren.
So verbinden wir Selbstreflexion, innere Balance und kosmische Gesetzmäßigkeiten auf einen Blick – und legen den Grundstein für bewusste Entscheidungen und ein erfülltes Leben.
✨ Wer sich bewusst den Spiegel vorhält, erkennt seine eigenen Schatten, Potentiale und Entwicklungsrichtungen – und kann so Schritt für Schritt sein Leben in Einklang mit den hermetischen Prinzipien bringen.